joggerin

Joggen, Fahrradfahren und was sonst so Spaß macht

Mein Therapeut, mein bester Freund

6 Kommentare

Es ging mir eine ganze Zeit lang nicht gut. Ich war depressiv, hing in einem Loch drin und kam da irgendwie nicht raus. Ich war unglücklich, konnte nicht mehr lachen, fühlte mich nicht so recht wohl in meiner Haut und mit meinem Leben.  Und ich hätte niemanden sagen können warum.

Ich fuhr häufig mit dem Fahrrad durch die Gegend und irgendwann war ich in dem Reitstall, wo ich vor gut 30 Jahren schon mal eine schöne Zeit verbracht hatte. Irgendwas hat mich dahin gezogen. Ich weiß nicht was.

Ich mochte ihn noch immer, den Geruch von Pferden. Ich fuhr häufiger hin, meistens mit dem Fahrrad, aber auch mal mit dem Auto. Ich sah die Pferde, hielt mich gerne in ihrer Nähe auf, sah den Menschen zu, wie sie mit ihnen umgingen, auf ihnen ritten, sie putzten und betütelten. Und ich spürte, da rührte sich was in mir, es war mir nicht egal.

Dann zog ich los und kaufte mir Sachen, die man zum Reiten braucht: eine Reithose, Stiefel, Kappe, Handschuhe…

Es kam zu einer ersten Reitstunden nach ca. 30 Jahren Abstinenz. Obwohl diese erste Stunde alles andere als einfach für mich war, nahm ich weitere Unterrichtsstunden und ich spürte, das es mir gut tut.

Ca 3 Monate später war ich dann wieder Pferdebesiterin.

Und nun weitere 12 Wochen später geht es mir so gut, wie schon lange nicht mehr. Meine Depression, mein Unglücklichsein sind wie weggeflogen.

Ich habe nun einen vierbeinigen Freund, den ich gerne verwöhne und es ist schön zu sehen, wie er das genießt. Er gibt mir so viel zurück, ist ein braver treuer Freund und vor allem ganz feiner Kerl. Aufgrund seiner angenehm freundlichen Art ist er im ganzen Stall beliebt. Alle mögen sie ihn. Wenn ich ihn putze, kommt immer mal wieder jemand vorbei, gibt ihm eine Streicheleinheit. Manchmal werde ich gefragt, ob er man ihm eine Möhre geben kann. Ist eben ein süßer Kerl mit ganz viel Charme.

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Er liebt es, wenn ich ihn z. B. mit dem Handtuch sein Gesicht reibe. Er biegt dann genußvoll seinen Kopf darin, kann nicht genug davon bekommen, wenn ich ihn mit dem Handtuch sein Gesicht von oben bis unten kräftig reibe. Wenn er das Handtuch über dem Bügel seiner Box hängen sieht, reibt er manchmal schon von sich aus seinen Kopf daran. Und mir ist es eine große Freude, ihn auf diese Weise zu verwöhnen.

Er ist mir ein wirklich sehr guter Freund geworden und noch dazu der beste Therapeut, den ich mir hätte vorstellen können. Er tut mir sooo unendlich gut.

Und die Menschen, die man im Stall immer wieder trifft, die verschieden in ihrer Art sind, im Alter, in dem was sie tun. Aber uns alle eint die Liebe zu den Pferden. Man erfreut sich gemeinsam an diesem und jenem, teilt so manche Sorgen, wenn es einem Pferd mal nicht so gut geht. Irgendwie ist das Ganze sowas wie ein Zuhause geworden wie eine große Familie. Ich bin gerne dort und verbringe viel Zeit. Es tut mir verdammt gut.

Autor: joggerin

Ich bin vom Niederrhein laufe sehr gerne.

6 Kommentare zu “Mein Therapeut, mein bester Freund

  1. Liebe Kornelia,

    genau das ist das Leben, einen Freund oder eine Beschäftigung zu finden, die einem gut tut, die man gerne macht und sich wohl fühlt. Ich freue mich, dass Du fündig geworden bist. Genieß es!

    Salut

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  2. Kann mich den Worten von Christian nur anschließen, jedem Menschen das, was er braucht, manche finden es nie, andere brauchen länger und einige finden ihr Glück ganz schnell. Viel Freude auf eurem gemeinsamen Weg !

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  3. Danke, liebe Margitta.
    Lieben Gruß
    Kornelia

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  4. Liebe Kornelia,
    das freut mich sehr für Dich!
    Liebe Grüße Bianca

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  5. Danke, liebe Bianca.
    Lieben Gruß
    Kornelia

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