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Joggen, Fahrradfahren und was sonst so Spaß macht


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Das frühe Aufstehen

Das frühe Aufstehen am Morgen ist nicht jeden Morgen gleich. In der Woche, wenn früh der Wecker klingelt, möchte ich fast immer noch ein wenig länger schlafen, will nicht aufstehen, will nicht zur Arbeit fahren, will nicht den alltäglichen Wahnsinn über mich kommen lassen. Doch es führt kaum ein Weg daran vorbei und ich stehe doch auf und lasse alles über mich ergehen.

Doch am Wochenende, wenn kein Wecker in allerherrgotts Frühe klingelt, wenn ich trotzdem früh wach werde, aus Gewohnheit oder warum auch immer, wenn ich obwohl doch Wochenende ist und ich ausschlafen könnte, früh aufstehe, frühstücke und mich auf meine Laufrunde begebe, werde ich oft genug dafür belohnt.

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Von einem ruhig da liegenden See werde ich empfangen, Kaninchen kreuzen immer wieder meinen Weg, auf dem Wasser zahlreiche Wasservögel. Manchmal sieht man sie nur und dann hört man sie auch ein anderes mal, wenn sie ihr Geschnatter und Gegacker wie ein Konzert erklingen lassen.

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Etwas weiter oben in den Feldern treffe ich auf andere Genossen, die die Ruhe genauso genießen wie ich. Ich liebe den Duft der Felder, der Äcker, von Heu und Gras, von Kräutern, auch den von Pferden oder Kühen. Sie vermitteln mir einen Hauch von heiler Welt, die man sonst kaum irgendwo noch zu finden scheint.

Die Welt ist voll von Krieg und Terror, Flüchtlingskatastrophen, Idioten, die Kriegsgeplagten flüchtenden Menschen noch größeres Unheil antun. Die menschlichen Abgründe sind so viel tiefer, als man es sich in den schlimmsten Alpträumen vermutlich nicht vorstellen kann.

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Und dann sind da überall wild wachsende Blumen. Sie leuchten so schön, ich mag sie gern. Sie sind stark, kommen immer wieder, egal wie oft man sie abschneidet, umgräbt. Sie sind bald wieder da und blühen dann mindestens genauso schön. Es sind die Blumen am Rande der Straße, Mauerblümchen, Unkraut, was mancher nicht haben will, zeigt sich mir in seiner ganzen Kraft und Schönheit.

Und dann komm ich wieder zurück zum See.

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Er liegt noch immer da, als gäb es kein Leid auf dieser Welt, liegt friedlich und idyllisch da. Davor im Gras ein paar Kaninchen und dahinter mit lautem Gegacker die Enten. Das Leben kann so friedlich sein.


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Gelaufen wird natürlich auch

Ist immer was los hier und da und dort und man erlebt so manches. Und dann jeden Tag im Büro die vielen Stunden sitzen und dann noch der ständige Lärm von draußen. Oben in der 16. Etage ist es viel lauter als unten. Sind viele Baustellen um uns herum die dauernd Lärm machen. Macht mich müde, zehrt an meinen Nerven, läßt meinen Kopf irgendwann nur noch Dröhnen.  Wenn man in der Stadt arbeitet, in der Innenstadt einer Großstadt wie Duisburg, ist man permanent irgendwelchen Lärmquellen ausgesetzt.

Dabei mag ich doch viel mehr die Ruhe. Die Ruhe, die man beim Laufen findet. Doch an manchen Tagen ist es auch beim Laufen nicht so ruhig, wie man es sich wünscht. Da scheint es so, als hätte sich die ganze Welt verabredet zum gemeinsamen Rasenmähen und dann noch die großen Traktoren auf den Feldern und die vielen Autos um einen herum, die einfach so gnadenlos an einen vorbeisausen. Gehen kein bißchen vom Gas, wenn sie an mir vorbei brausen.

Doch gelaufen wird natürlich trotzdem. Und dann sieht man Dinge, die mir das Herz aufgehen lassen. Ist eigentlich nichts Besonders, aber für mich auch nichts Alltägliches. Sind einfach nur schöne Blümchen auf den Feldern oder am Wegesrand oder in irgendwelchen Vorgärten:

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Und heute früh habe ich allen ein Schnippchen geschlagen. War so früh unterwegs, da war noch kein Rasenmäher und kein Traktor da. Haben vermutlich alle noch geschlafen. Und ich hatte meine Ruhe und konnte laufen und war mit mir und meiner Welt wieder zufrieden.


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Das Salz in der Suppe

Ich laufe ja schon viele Jahre und sogar Jahrzehnte. Gut, da gab es auch eine mehrjährige Auszeit. Die war Gesundheits-/Motivationsbedingt. Nach meinem letzten Marathonlauf in Köln 1997 kam ich nicht mehr so recht in die Gänge. Die normale 10-km-Runde schaffte ich nicht mehr, ohne mehrere Pausen unterwegs zu machen. Was ich auch versuchte, ich schaffte es einfach nicht mehr.

Ein Besuch beim Arzt brachte dann die Ursache ans Licht: Ich hatte Bluthochdruck und musste von da an jeden Tag meine Tabletten schlucken. Ich hab das nicht gerne gemacht, aber ich hatte keine andere Wahl. Ansonsten hätte mich womöglich ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall oder sonst irgend sowas Schlimmes ereilt. Also schlucke ich seit dem jeden Tag diese Pillen. Sie wechselten zwischenzeitlich immer mal wieder.

Ende Mai diesen Jahres habe ich meine Ernährung umgestellt. In erster Linie aus ethischen Gründen wollte ich mich von tierischen Lebensmitteln verabschieden, wollte vegan leben. Kein Fleisch, kein Fisch, keine Milch und keine Eier sollten mehr auf meinem täglichen Speiseplan landen. Statt dessen viel Obst, viel Salat, Hülsenfrüchte … Das klappt auch soweit ganz gut. Nur manchmal, wenn ich unterwegs bin und in fremden Regionen mich versorgen muss, ist es schwierig, oder wenn ich mal wo eingeladen werde… 100 % vegan ist sehr schwierig und habe ich bisher nicht hinbekommen. Zuhause aber im Alltag komme ich bestens zurecht, fühle mich wohl, habe sogar ein wenig abgenommen. Ich denke, dass ich vegan zu 90 % hinbekomme. Immerhin !

Heute früh stand mein jährlicher Besuch beim Kardiologen auf dem Programm. Mein Herz wird dort durchleuchtet, ein EKG gemacht und auch der Blutdruck gemessen. Und heute wurden 100 / 70 gemessen. Nanu, was ist denn das ? Kenne ich ja gar nicht so niedrig. Und dann erzählte ich von meiner Ernährungsumstellung auf vegan. Mir wurde zugehört, meine Umstellung für gut befunden. Mir wurde sogar geraten, weiter so zu machen und wenn es irgendwie geht, auf Salz zu verzichten.

Von 1/2 Tablette jeweils morgens und abends, soll ich nun auf nur 1/2 am Tag umstellen. Und immer schön den Blutdruck messen und es ist durchaus möglich, dass ich vielleicht tatsächlich bald gar keine Tabletten mehr brauche.

Wow! Was für eine Message ! Hab mich sehr darüber gefreut, ganz ehrlich.

Werde mich natürlich bemühen, das Salz so weit wie möglich aus meiner Küche zu verbannen. Auf meinem Obstteller hatte Salz eh nie Platz und auf meinem Salatteller auch nicht so recht. Allerdings in vielen Soßen ist Salz drin und in meiner Linsensuppe am Wochenende natürlich auch.  Überhaupt Brühe für die Suppe ohne Salz, ob das wohl geht und dann auch noch schmeckt? Nach 4 Wochen soll sich der Körper an den neuen Geschmack gewöhnt haben. Probiere ich gerne aus. Und wenn ich dann tatsächlich ohne meine Bluthochdruck-Tabletten auskommen sollte ????

Ihr werdet es ganz gewiß erfahren !


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Was anderes als Joggen

Joggen ist ne prima Sache, macht Spaß und die Bewegung tut Körper und Seele gut. Aber nur Joggen alleine bringt es auf die Dauer auch nicht. Man muss zwischendrin auch mal die Muskeln und Sehnen dehnen und einige kräftigende Übungen sind für mich als Schreibtischtäterin auch wichtig.

Lange hatte ich meinen festes Programm jeden morgen diesbezüglich, hatte immer meine Übungen, die ich gelegentlich ein wenig variierte. Dann kam mein Handbruch dazwischen und einige Übungen klappten nicht mehr so richtig. Und dann kam mein Seuchen-Frühjahr auch noch dazu und die Kräfte fehlten und meine Motivation war dahin. Alle Versuche, wieder in den gewohnten Rhythmus reinzukommen, scheiterten. Kann gar nicht so recht sagen, warum. Es ging eben nicht mehr.

Und jetzt habe ich mir letzte Woche ein neues Buch gekauft: „Fit ohne Geräte – Die 90 Tage-Challenge für Frauen“ von Mark Lauren. Es wird nur mit dem eigenen Körper trainiert ohne weitere Geräte. Man braucht kein Fitness-Studio und kann alles Zuhause und sogar im Urlaub irgendwo unterwegs machen. Genau das Richtige für mich.

Am Freitag war nun der Tag der Tage, wo ich ein paar der Übungen mal ausprobieren wollte. Sind alles mir fremde Übungen, die ich noch nie zuvor gemacht hatte. Also will ich sie erstmal in Ruhe einstudieren, bis ich weiß, wie es gehen soll.

So nahm ich mir dann 30 Minuten Zeit für 4 Übungen, die im Buch so läppisch aussahen. Die Ausführung allerdings war dann alles andere als läppisch, sehr fordernd für den ganzen Körper und teilweise so fordernd für mich, dass ich sie nicht richtig ausführen konnte, weil mir eben die Kraft dazu fehlt. Halleluja, sag ich da nur. Dass ich Übungen im Vierfüßler-Stand aufgrund meines Handgelenkes nicht richtig ausführen konnte, war nur ein kleiner Makel.

Gestern und heute habe ich Muskelkater in den Oberschenkeln, im Bauch, den Schulterblättern, sogar im Gesäß, wie ich es schon ewig nicht mehr hatte. Das Sitzen und Aufstehen geht derzeit nicht lautlos bei mir vonstatten, wird immer von einem leisen aua begleitet und auch das Lachen ist ne fiese Angelegenheit.

Dabei waren es doch nur 4 auf dem Papier läppisch aussehende Übungen, die ich gemacht hab. Schon erstaunlich, was die einem antun können.

Aber wer glaubt, dass ich jetzt gleich wieder alles hinschmeiße, der irrt gewaltig. Ich werde es weiter angehen. Nicht so wie am Freitag gleich 30-Minuten Power am Stück. Nein, ich werde mich dem Ganzen langsamer nähern. Wenn der jetzige Muskelkater vorbei ist, werde ich versuchen, jeden Tag wenigstens eine Übung zu machen. Irgendwann, werden es dann zwei und mehr werden.

Wäre doch gelacht, wenn ich das nicht hinbekomme oder?


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Schöne Sommertage

Es ist Wochenende, die Sonne scheint, der Himmel ist blau, die Temperaturen sind angenehm kühl noch so früh am morgen, was kann man da Besseres tun, als zu einem schönen Lauf aufbrechen.

Hab ich gemacht sowohl gestern als auch heute früh. Ich hab die Luft genossen, die so angenehm kühl und frisch war, ich hab die Sonne genossen, die schon früh hoch oben stand und deren Strahlen noch zu ertragen waren.

Ich hab die Ruhe genossen, waren noch nicht viele unterwegs. Auf den Feldern wird das Stroh geerntet auch an einem Samstag und Sonntag.

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Da fuhr tatsächlich ganz früh ein Traktor lang voll beladen mit diesen großen Strohballen. DSC00407

Die Felder sehen nun struppig aus. Man kann wieder ungehindert richtig weit gucken.

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Kann mit den Gedanken in die Ferne schweifen, kann alles in sich fließen lassen, jeden Gedanken, jeden Atemzug, jeden Pulsschlag, jeden einzelnen Schritt Man kann seine Gedanken sortieren, nachdenken über dies und das, manchmal vor sich hin kichern. Ist ein Tag für richtig gute Laune und das Laufen macht Spaß.

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War gestern 19 km unterwegs und heute 12,4 km. War beide Male richtig gut. Es läuft einfach gut bei Temperaturen um die maximal 15 Grad. Da wird man so schnell nicht müde, könnte noch ein Stück weiter laufen, so fühlt es sich an.

Schön, dass es wieder gut läuft.