joggerin

Joggen, Fahrradfahren und was sonst so Spaß macht


14 Kommentare

Ende Februar

Der Februar neigt sich dem Ende entgegen, ein ungemütlicher nass-kalter Monat.

Viele sind derzeit krank, haben die Grippe. Auch in meinem unmittelbaren Umfeld wird reichlich geschnuft, geniest und gehustet. Noch gehöre ich zu den aufrecht Gehenden. Mal sehen, wie lange noch.

Heute jedenfalls geht es mir gut. Ich war zeitig auf und konnte schon früh mein heutiges Läufchen absolvieren.

Die Nacht war frostig kalt und die Temperaturen heute früh um den Gefrierpunkt. Aber immerhin war es trocken.  Es lohnt sich, früher aufzustehen. Es sind viel weniger Menschen unterwegs, als ein bis zwei Stunden später. Als ich meinen Lauf startete, wurden die Laternen ausgeschaltet.

Ich mag diese Zeit am Morgen, wo alles noch ruhig ist, wo man die Vögel zwitschern hört und den Hahn krähen und von weit her die Kirchenglocken.

Am See ist nicht viel los, es ist kaum einer unterwegs. Der See liegt und still und ruhig da, nur die Enten hört man gackern und von weiter her auch die Wildgänse, die vermutlich auf ihrer kleinen Insel sind. Sie machen reichlich Lärm, den man um den ganzen See herum hört.

DSC00260

Ein Stück weiter oben in den Feldern ist der Asphalt noch mit einer Schicht Rauhreif bedeckt. Es knirscht, wenn man drüber läuft. DSC00259

Ich laufe gemütlich meines Weges, genieße die Sonne, sehe mit Freude ein paar Schneeglöckchen am Wegesrand. Ist kein Problem, dass es so frostig kalt ist, bin ja warm angezogen.

So macht das Laufen mir viel Spaß und Freude.


10 Kommentare

Radelnd unterwegs

Ich habe in 2015 eine etwas größere Radtour vor. Wann und wie wird nicht im voraus verraten. Irgendwann geht es los und danach werde ich berichten.

Jetzt aber steht die Vorbereitung dafür auf den Plan. Eigentlich wollte ich ja den Herbst und Winter über durchradeln, so wie es das Wetter erlauben würde. Doch durch meine Handverletzung im Oktober musste ich dieses Vorhaben schnell ad acta legen.

Nun aber gibt es keine Ausreden mehr. Schon am Dienstag war ich entsprechend unterwegs. Und heute bin ich nicht früh aufgestanden um zu laufen. Nein, heute bin ich erst nach dem Mittagessen raus und zwar nicht zum Laufen sondern zum Radeln.

Als ich mich fertig machte, schien sogar die Sonne. Ich zog mich trotzdem dick an. Auf dem Fahrrad weht einem der Wind anders entgegen als laufend.

Ich radelte locker und leicht los. Es lief ganz gut. Der Wind kam zunächst von vorne. Trotzdem kam ich zunächst gut voran. Ich fuhr heute Richtung Westen. Nach einiger Zeit verzog sich die Sonne immer mehr und die dunklen Wolken gewannen die Oberhand. Und als ich noch nicht die Hälfte meiner heutigen Fahrt hinter mir hatte, wehte der Wind mittlerweile heftiger von vorne und zudem öffnete Petrus seine Schleusen. Es hagelte kräftig von rechts vorne voll in mein Gesicht. Ich war froh um den Schirm meines Käppies, welches ich unter meinem Helm trug. Doch mein ganzes Gesicht hat er nicht geschützt. Die Hagelkörner trafen meinen Mund, mein Kinn und danach kam nur noch kräftiges Nass von oben. Das war nicht einfach zu radeln und ich kam nur noch langsam voran.

Aber dann hatte ich ja die Hälfte meiner heutigen Tour geschafft und kehrte um. Und dann hatte ich diesen mittlerweile kräftigen Wind von Westen voll in meinem Rücken. Die Gangschaltung wurde gleich um drei Gänge höher geschaltet und es machte Spaß mit diesem Wind in meinem Rücken in die Pedale zu treten. Hui, wie mein Fahrrad auf einmal lief.

Der Regen hörte allerdings nicht auf, es regnete weiter in einer Tour. Ich trat weiter kräftig in meine Pedale. Doch im Laufe der Zeit wurden meine beiden Hosen, die ich anhatte, nasser und nasser und auch meine Schuhe und Füße. Dazu noch die dicken Handschuhe saugten immer die Nässe auf.  Und mit der Nässe wurde mir auch langsam kalt. Oben rum war ich mit einer Fließjacke und der gelben Regenjacke bestens ausgestattet. Aber der Rest war dann doch etwas kalt.

So war ich am Ende froh, nach 2:16 Std. wieder Zuhause zu sein. Mittlerweile ist mir nicht mehr kalt und es geht mir gut. Hat trotz allem Spaß gemacht vor allem mit dem Wind im Rücken.


11 Kommentare

Und dann pennen und dann wieder zur Schicht ?

Karneval ist vorbei. Der gestrige Aschermittwoch ist für viele Mensche der Beginn einer Fastenzeit. Für manchen ist so eine Zeit, wo viele gemeinsam fasten, hilfreich. Andere dagegen machen das ganz individuell für sich und richten sich nicht nach irgendwelche Zeiten.

Zum Jahreswechsel fiel mir bei einem Kollegen auf, dass er immer einen Schrittzähler am Hosenbund mit sich führte, den er mir sogar voller Stolz zeigte. Er, der absolut überzeugte Anti-Sportler war nun tatsächlich tagtäglich mit so einem Ding unterwegs, wow. Und heute hab ich ihn wieder gesprochen. 20 kg hat er seit November abgenommen. Toll ! Ich zollte ihm großen Respekt dafür. Er hat ausschließlich auf die Ernährung dabei gesetzt, einfach weniger gegessen, aber weiter keinen Sport getrieben. Und den Schrittzähler hat er auch nicht mehr jeden Tag dabei.

Hm, auf dem Weg nach Hause ging mir das Thema nicht mehr aus den Kopf. Ich versuchte mir vorzustellen, wie das wohl ist, wenn man nach der Arbeit gar nichts mehr weiter macht, als nach Hause kommen und nicht mehr rausgeht, nicht zum Laufen, nicht zum Radfahren, noch nicht einmal zum Spazierengehen. Direkt vom Büro rein ins Auto und dann in die Wohnung. Tür zu und fertig und dann pennen und dann wieder zur Schicht …?

DSC00256

DSC00257

Und dann bin ich gelaufen und wußte bei jedem Schritt, dass mir das fehlen würde, nach so einem Arbeitstag.

Die Bewegung an der frischen Luft, das rhythmische Laufen mit den gleichmäßigen Schritten, mit dem tiefen Ein- und Ausatmen, den Wind spüren, der weht und die wärmenden Strahlen der Sonne und an anderen Tagen  den Regen und den Matsch unter den Füßen.

DSC00258

Meine Ohren würden das Zwitschern der Vögel vermissen, das Gackern der Enten, das Plätschern des Wassers und die Augen und die Seele würden so vieles vermissen, wie z. B. den schönen Anblick des Sees, der meist so ruhig daliegt, die grünen Wiesen und all das andere Grün hier rings herum. Ein Leben nur in irgendwelchen 4 Wänden alleine und nie rauszukommen und all das Schöne zu genießen, kann und will ich mir nicht vorstellen. Es würde mir garantiert fehlen, da bin ich mir ganz sicher.


16 Kommentare

Wieder Zuhause

Nach einem mehrtägigen Ausflug in die große weite Welt, in eine große laute Stadt, wo es viel zu sehen gibt,

IMAG0589

wo das Jetzt und Hier so ganz anders ist, als sonst,

IMAG0593

wo man sogar auf Freunde der Blogger- und Läuferszene von der Ostsee trifft und dabei glatt vergißt, es fotografisch festzuhalten, wo man eine gute Zeit hatte,

IMAG0597

ist es schön, wenn man wieder nach Hause kommt, noch mal ein paar freie Tage genießen kann und vor allem das unbeschwerte leichte Laufen am frühen Tag bei allerschönstem Sonnenschein.

„Die Welt ist groß und s’ist schwer was los“ (Udo Lindenberg). Doch nirgends fühlt man sich wohler als Zuhause, oder?

Jedenfalls an so einem schönen Morgen wie heute. Bin gemütlich aufgestanden und dann raus zum Laufen.

Morgens ist es noch kalt, aber die Sonne scheint so schön. Heute ist Rosenmontag und ich muss nicht zur Arbeit. Die Einen gehen feiern und die Andern machen sich halt so einen schönen Tag. Ich bin ein Ründchen gelaufen und habe die Sonne genossen und die Ruhe, die Frische des Tages und auch das Wieder-Zuhause-sein.

DSC00254


14 Kommentare

Adieu

Diese Puma faas 500 haben mich auf vielen Schritten und Tritten und Meter und Kilometer begleitet:

IMAG0588

Um es genau zu sagen, waren es 1.481 km, eine Leistung, die bislang noch kein anderer Schuh mit mir geschafft hat.

Es war ein angenehmes laufen auf weichen Sohlen. Kein Terrain war wirklich ungeeignet (bis auf Glatteis vielleicht).

Wir sind zusammen gelaufen durch Dick und Dünn, sind manchmal beide ordentlich nass geworden. Ihr habt Euch echt sehr achtbar gehalten, habt keine Löcher oder Risse aufzuweisen nach all den vielen Kilometern. War echt super mit Euch. Doch heute bei unserem letzten gemeinsamen Lauf hab ich doch gemerkt, dass unsere gemeinsame Zeit abgelaufen ist. Hab mich heute zum ersten Mal nicht mehr so richtig wohl gefühlt mit Euch an meinen Füßen. Irgendwann ist es dann eben soweit, dass es nicht mehr passt und bei uns eben heute.

Eure Nachfolger sind ja längst auch schon im Gebrauch. Sie fühlen sich genauso gut an, wie ihr so lange Zeit.

Richtig wegschmeißen kann ich euch jetzt noch nicht. Dafür habt ihr mir zu gute Dienste geleistet, die ich immer zu schätzen wußte. Ihr steht jetzt erstmal auf dem Balkon. Weiß noch nicht wie lange und was danach kommen wird.

So treue Begleiter kann ich einfach nicht von jetzt auf gleich in den Müll schmeißen, ich kann es einfach nicht.

So wird es ein Abschied auf Raten, der hoffentlich keinem von uns wirklich weh tut am Ende.

Ich möchte aber doch gerne an dieser Stelle noch einmal sagen:

DANKE für die stets treuen Dienste. Ihr wart echt klasse!


10 Kommentare

Erfolge

Braucht der Mensch Erfolge?

Was wären wir alle ohne sie? Bin ich schwach, wenn ich keine Erfolge habe ? Was ist überhaupt ein Erfolg?

Aufs Laufen bezogen ist es  vielleicht ein Erfolg, besonders schnell laufen zu können über 1 km, 5, 10, 20 …

Oder ist es ein Erfolg eine bestimmte Distanz bewältigen zu können?

Was sind unsere größten Erfolge beim Laufen?

Der schnellste Lauf? Oder der Weiteste? Oder der Schwierigste?

DSC00251

Oder das tagtägliche Laufen über einen sehr langen Zeitraum wirklich jeden Tag zu laufen?

Oder das Sammeln von Kilometern pro Tag, Woche, Monat, Jahr?

Oder das Sammeln von möglichst vielen Marathonläufen im Jahr oder auch im ganzen Leben gemessen?

Oder das Sammeln von Ultraläufen?

Oder ist es ein besonderer Erfolg, einen richtig schönen Lauf zu haben in der Natur? Vielleicht die Begegnung mit einem Tier?

DSC00252

DSC00253

Vielleicht das Genießen der frischen Luft, dem Trotzen von Wind und Wetter, Kälte, Regen, Schnee, Hitze…

Würden wir ohne dem Registrieren unserer individuell gewählten „Erfolge“ überhaupt noch Laufen?

Ist ein Erfolg nur das Erreichen eines bestimmten Zieles?

Blicke ich auf mein Läuferleben zurück, so fallen mir so manche „Erfolge“ ein. Diverse Marathonläufe in den 90er Jahren, das Streben nach bestimmten Laufzeiten, später das Finden neuer Bekanntschaften, neuer Freunde.

Irgendwann 1997 / 1998 stellte sich bei mir ein Bluthochdruck-Problem ein. Bei mir wurden Werte von 170 : 130 oder 160 : 135 gemessen. Ich musste Medikamente nehmen. Es war schwer, das richtige zu finden. Es war viele Jahre nicht möglich gewesen, den unteren Wert dauerhaft unter 90 zu bekommen. Jeder Besuch beim Arzt und jedes Messen meines Blutdruckes erzeugte nachdenkliches Stirnrunzeln. 2008 begann ich nach eine ca 6 Jahre dauernden Laufabstinenz wieder mit dem Laufen. Ich weiß nicht mehr genau wie lange es dauerte und wann es so kam. Ich nehme immer noch tagtäglich meine Tabletten ein.

Doch heute habe ich dauerhaft gute Blutdruckwerte. Egal wann und wo mein Blutdruck gemessen wird. Es werden immer gute stabile Werte gemessen.

Das ist für mich der größte Erfolg, den ich durch das Laufen je erreichen konnte.


12 Kommentare

Ich hab sie nicht gesehen, aber laut und deutlich gehört

Es ist Februar. Draußen ist es meistens kalt und grau und trüb. Manchmal ist morgens sogar alles weiß entweder vom Schnee oder Rauhreif.

Aber heute nachmittag nach der Arbeit war es mal schön. Ich hab sogar die Sonne gesehen ! Ihre wärmenden Strahlen habe ich  noch nicht gespürt. Aber sie einfach mal wieder zu sehen, war schon eine Wohltat.

Und dann habe ich festgestellt, dass es wieder länger hell bleibt als noch vor kurzem. Um 17:00 Uhr war noch keine Spur von Dunkelheit da. Das gefällt mir.

Hier und da hört man einen Vogel singen, eines der schönsten Geräusche, die dieser Planet für uns zu bieten hat, finde ich.

Und als ich schon wieder auf dem Heimweg war, da habe ich sie nicht gesehen, aber ich habe sie von weitem gehört. Ich habe ihr vielstimmiges lautes Geschnatter und Gegacker von der Vogelinsel mitten im See gehört. Es war ganz eindeutig:

Die Wildgänse sind wieder da, juchhu.

Auf der Insel mitten im See sind sie sicher vor Hunden und anderen Belästigungen. Das ist gut so. Viele Wochen und Monate habe ich sie nicht mehr gesehen und auch nicht gehört. Heute das erstemal dann wieder.

Trotz der Kälte und der meist trüben Tage habe ich das Gefühl, dass der Frühling nicht mehr weit weg ist. Find ich echt gut. Und ihr?


14 Kommentare

Spuren

Heute früh lief ich los. Das Thermometer zeigte kalte 2 Grad auf dem Balkon an. Entsprechend warm war ich angezogen. Doch schon auf den ersten Metern fand ich es alles andere als kalt und es dauerte nicht lange, bis dass ich meine Handschuhe auszog und in die Jackentasche stopfte und ich zudem meinen Reißverschluss der Jacke oben am Hals öffnete.

Es war ansonsten sehr angenehm zum Laufen. Es regnete nicht, es waren nur wenige kleine Pfützen und Matschecken da. So konnte ich ungehindert laufen und mich ganz meinen Gedanken hingeben.

Ich genoß jeden Schritt, jeden Atemzug, jeden Augenblick. Da war die Stille, die ich gerne mag, wenn ich laufe.

Es fühlt sich so friedlich an in dieser chaotischen Welt, an der es an allen Ecken und Enden brennt.

Gestern erst nur ca. 3 km von meinem Zuhause entfernt hat es mal wieder gebrannt. Eine Lagerhalle ist abgebrannt und wegen des Asbestes wurde alles im Umkreis von 500 m abgesperrt, Autos, die rein- oder rausfuhren abgespritzt, Anwohner aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten…

Und heute laufe ich nur wenige km davon entfernt meinen Lauf, als wäre nichts gewesen, als wäre das, was passiert ist, eine andere Welt, in der ich lebe und auch eine andere, als die, die einem ständig in den Medien präsentiert wird.

Ich laufe hier gemütlich meines Weges, sehe am Wegesrand noch den Schnee von letzter Woche

DSC00248

blicke auf den See, der wie immer friedlich und ruhig daliegt.

DSC00249

Es könnte alles noch viel schöner sein, wenn der Mensch aufhören würde, alles zu zerstören, wenn wir rücksichtsvoller miteinander umgehen würden, wenn wir nicht nur an das Jetzt und Hier denken, sondern auch an die Zukunft und vor allem daran, dass wir nicht alle sein sind auf diesem Planeten.

DSC00245

Er gehört uns nicht, wir sind hier nur zu Gast für eine kurze Zeit, jeder einzelne von uns. Und doch hinterlassen wir Spuren, die noch so viel länger da sein werden, als jeder einzelne von uns. Schon komisch, oder?