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Joggen, Fahrradfahren und was sonst so Spaß macht


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So ein Wetter

So ein Wetter aber auch, was wir derzeit haben. Es regnet sehr viel und sehr heftig und dann stürmt es auch noch gewaltig.

Erst am letzten Donnerstag bin ich anderhalb Stunden durch den Regen gelaufen, über überflutete Straßen und Wege, durch einige meterlange Pfützen und das Schuhwerk wurde von der Nässe immer schwerer und schwerer. War wirklich kein einfacher Lauf gewesen.

Dann heute nacht hörte ich ihn wieder oder immer noch diesen Regen. Ich hörte, wie es pitschte, wenn die Autos über die nassen Straßen fuhren und ich hörte den Wind, der durch den Schornstein heulte. Und dann noch diese Warnungen über die Medien, dass man vorsichtig sein sollte. In Düsseldorf haben sie die Friedhöfe für Besucher geschlossen, weil die Folgen von Ela noch sehr präsent in den Köpfen der Verantwortlichen sind.

Hm, sollte ich da etwa raus und laufen? Sollte ich mich wieder dieser unbarmherzigen Nässe aussetzen und dann noch den Gefahren des nicht unerheblichen Sturms?

Doch gerade dass sind die Bedingungen, die unser Laufen manchmal zu was ganz Besonderem machen. Würde ich nicht laufen, wer weiß, was ich da Tolles verpassen würde.

So zog ich mich dann doch an, machte mich bereit für meinen heutigen Lauf. Ich wollte wenigstens einmal bis zum Töppersee laufen und wenn es dann doch zu heftig sein sollte, eben nur ne kleine Runde drehen.

Das Thermometer zeigt heute früh schon 13 Grad an ! Petrus spinnt echt. Ich zieh trotzdem die lange Hose an und ein langärmeliges Shirt und meine gelbe Wind-/Regenjacke noch darüber, Käppi auf und dann gehts los.

Hm, es regnet ja gar nicht. Gut. Ich laufe langsam und gemütlich los, will es heute behutsam und vorsichtig angehen lassen. Schon bald bin ich am See. Da wo am Donnerstag die Wege überflutet waren, sind heute nur noch Pfützen zu sehen, große Pfützen, aber nicht so groß, dass man nicht trockenen Fußes dran vorbeilaufen kann. Schön.

Der Wind weht ordentlich. Er donnert recht laut durch das Gestrüpp und die Bäume. Die biegen sich aber nicht, sie tanzen nur hin und her, so wie der Wind ihnen den Takt vorgibt.

Und dann laufe ich doch nicht nur am See, wage mich hoch zu den Feldern, wo der Sturm eine ganz andere Wucht hat. Oben angekommen empfinde ich das Ganze gar nicht so heftig und schlimm und auch nicht gefährlich. Klar, der Wind heult hier und da ums Eck, um den Baum, den Strauch, weht kräftig über die Felder, bläst mir voll ins Gesicht und treibt mich beim nächsten Richtungswechsel von hinten an. Und spätestens da weiß ich, dass ich genau die richtige Entscheidung getroffen habe. Es ist soooo schön, wenn der Wind Dich mit seiner ganzen Kraft von hinten anschiebt, wenn er nicht locker läßt und Dich zu einem schnellen Laufen antreibt, wenn er Dich drängt, als wollte ersagen, nun lauf schon, los lauf ! Ich breite meine Arme aus und genieße diesen Moment.

Und ja, ich komme immer wieder an die Stellen vorbei, wo ich am Donnerstag noch knöcheltief durchs Wasser laufen musste, was den ganzen Weg in Anspruch nahm.

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Heute komme ich hier locker trockenen Fußes dran vorbei, mich schiebt der Wind dazu noch von hinten an und ich bin froh, mich zum heutigen Lauf aufgerafft zu haben.

Am Ende drehe ich noch eine Ehrenrunde um den Töppersee und lausche noch ein wenig dem Heulen des Windes.

Hat wieder richtig Spaß gemacht heute.